

Emmett Till – German History X
Als sich der 14-jährige afroamerikanische Teenager Emmett aus Chicago im Sommer 1955 voller Vorfreude auf den Weg zu seinen Verwandten nach Mississippi macht, um dort zum ersten Mal ohne seine Mutter das Abenteuer eines Teenager Sommers mit seinem Cousin zu erleben, ahnt er nicht, dass die brutalen Rassengesetze des Südens seine Reise zu einer Reise in den Tod machen werden. Doch sein sinnloses Sterben wird sinnstiftend – nicht nur für seine Mutter im Kampf gegen Rassismus und für Gerechtigkeit, sondern auch für sieben Schwarze Schauspieler*innen, die nicht nur alle Schwarzen UND weißen Figuren in Emmetts Geschichte verkörpern, sondern auch sich selbst als fiktionale Charaktere und so – neben Figuren wie Amadeu Antonio, Nina Simone oder May Ayim – die Geschichte von Emmett Till in Deutschland 2024 mit überraschend-unerwarteten Wendungen weitererzählen.
Synopsis
Im Sommer 1955 geht für den 14-jährigen Schwarzen Emmett Till aus Chicago ein lang ersehnter Traum in Erfüllung: Seine Mutter Mamie erlaubt ihm, seine Verwandten in Mississippi zu besuchen. Mamie, die selbst im Süden aufgewachsen ist, kennt die dort herrschenden Rassentrennungsgesetze. Nach Emmetts Abreise von düsteren Vorahnungen gequält.
In der Kleinstadt Money angekommen, wird Emmett von seinem Onkel Mose, seiner Tante Lizzy und seinem Cousin Maurice herzlich empfangen. Das Leben im Süden ist geprägt von der strengen Segregation. Schwarze wie weiße leben nach den Jim-Crow-Gesetzen, die tief in ihnen verwurzelt sind. Trotzdem genießen Emmett und Maurice einen unbeschwerten, aufregenden Sommer – bis Maurice Emmett aus jugendlichem Leichtsinn zu einer Mutprobe herausfordert: Traut er sich, die weiße Ladenbesitzerin Carolyn Bryant anzusprechen? Emmett nimmt die Herausforderung an, ohne zu erahnen, welche Auswirkungen sein scheinbar harmloser Übermut haben wird. In der Nacht darauf wird Emmet von Carolyns Ehemann Roy Bryant und dessen Komplizen, seinem Halbbruder J.W. Milliam, aus dem Haus seines Onkels verschleppt. Drei Tage später wird Emmetts Leiche im Tallahatchie River gefunden: ein Auge ausgestochen, der Kopf gespalten und ein Gewicht mit Stacheldraht um seinen Hals befestigt.
Mamie entscheidet sich für eine öffentliche Beisetzung mit offenem Sarg. Die ganze Welt soll sehen, was ihrem Sohn angetan wurde. Unzählige Menschen erweisen ihm die letzte Ehre und Journalisten aus aller Welt berichten über den rassistisch motivierten Mord. Doch vor Gericht dauert der Prozess gerade einmal fünf Tage. Trotz erdrückender Beweise werden Roy Bryant und sein Halbbruder von einer ausschließlich weißen Jury freigesprochen. Die weiße Lehrerin Roanne Taylor, die unfreiwillig Zeugin der Tat wurde, sagt – trotz großer Schuldgefühle – zugunsten der Täter aus. Nur vier Monate nach ihrem Freispruch gestehen die beiden in einem Interview mit dem LOOK-Magazin völlig unverblümt den Mord. Die Bilder von Emmetts entstellten Körper gehen um die Welt. Sein Tod wird zu einem Schlüsselmoment der Bürgerrechtsbewegung in den USA und darüber hinaus.
Der Film schlägt eine Brücke zur Gegenwart, indem er Parallelen zu heutigen Fällen rassistisch motivierter Gewalt zieht und die Frage aufwirft, wie unsere Gesellschaft mit den Opfern und ihren Hinterbliebenen umgeht. In einem ungewöhnlichen dramaturgischen Ansatz übernehmen Schwarze Schauspieler*innen dabei sowohl Schwarze als auch weiße Rollen. „Die minimalistische Theaterdekoration, inspiriert von Dogville (Lars von Trier, 2003), ist in Deutschland bislang einzigartig.
CAST
Emmett Till
Esmael AGOSTINHO
Mamie Till
Dela DABULAMANZI
Carolyn Bryant
Samia DAUENHAUER
Roy Bryant
Selam TADESE
Roanne Taylor
Lara- Sophie MILAGRO
Aunty Lizzy
Agnes LAMPKIN
Uncle Mose
Asad SCHWARZ
Maurice
Seedy TOURAY
CREW
ProduzentInnen
Dela DABULAMANZI, Tibor LOCHER, Lara-Sophie MiLAGRO
Ko-Produzentin
Achtung Panda, Jamila WENSKE/ Jip Verleih, Julia PETERS und Jutta FEIT
Konzept & Regie
Lara-Sophie MILAGRO
Co-Regie
Dela DABULAMANZI
Buch
Clare COSS
Regieassistenz
Selen ERICOK
Bildgestaltung
Tibor LOCHER
Dramaturgie
Katja WENZEL
Dramaturgische Beratung
Queerfeministisches Kollektiv SWOOSH LIEU
Kamera
Tibor LOCHER
2. Kamera
Jide AKINLEMINU
3. Kamera
Janne EBEL
Oberbeleuchtung
Janne EBEL
Setdesign
Lara- Sophie MILAGRO
Tanz / Bewegung
Mattis NOLTE , Raphael HILLEBRAND
Musikalische Leitung
Markus SYPEREK
Editing Rohschnitt
Tibor LOCHER, Lara-Sophie MILAGRO
Schnittberatung
Dela DABULAMANZI, Katja WENZEL
Kostüm
Geraldine ARNOLD
Maske
Layana FLACHS, Guerdy CASIMIR
Casting
Dela DABULAMANZI, Lara-Sophie MILAGRO
Ton
Tim MÜLLER, Rhys ANDERSON, Lucas WOJATSCHKE
Produktionsleitung
Natascha TERTRE, Judith KÖNIG
Requisite
Carole JACHTMANN
Set Photography
Celine RODRIGUES
Rechtsberatung
Cornelia BAUER
Catering
Monica KISIC
Bild- und Tonpostproduktion
klangBezirk